Ab 2027 heißt die Installateur-Lehre anders, der Bedarf bleibt: Mehr als eine Million Haushalte heizen noch mit Öl oder Gas. Was der Beruf heute verlangt, was er zahlt und welche Wege hineinführen.

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Kurz beantwortet: die wichtigsten Fragen zum Installateur-Beruf
Was ändert sich 2027 bei der Installateur-Lehre?
Ab 1. Jänner 2027 heißt der Lehrberuf Installations- und Energietechnik. Er hat die Hauptmodule Wasser und Wärme sowie Lüftung und das neue Spezialmodul Klima- und Automatisierungstechnik. Wer schon in Ausbildung ist, schließt nach der alten Ordnung ab.
Wie lange dauert die Installateur-Lehre?
In der bisherigen Installations- und Gebäudetechnik drei Jahre, mit Zusatzmodul vier. Im neuen Lehrberuf dauert das Hauptmodul Wasser und Wärme dreieinhalb Jahre, Lüftung drei Jahre, mit Spezialmodul jeweils ein halbes Jahr länger.
Ist Installateur:in in Österreich ein Mangelberuf?
Ja. Installations- und Gebäudetechniker:innen für Gas- und Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik stehen auf der bundesweiten Mangelberufsliste 2026, ebenso Gebäudetechniker:innen mit HTL- oder Universitätsabschluss.
Was verdient man als Installateur:in?
Der kollektivvertragliche Mindestlohn für Facharbeiter:innen liegt 2026 bei 2.948,85 Euro brutto im Monat, für Spitzenfacharbeiter:innen bei 3.808,83 Euro, jeweils 14-mal im Jahr. Lehrlinge beginnen mit 1.000 Euro im ersten Lehrjahr.
Kann man als Erwachsene:r noch Installateur:in werden?
Ja. Die Facharbeiterintensivausbildung im Auftrag des AMS führt Menschen ab 18 Jahren in rund 18 Monaten Kurszeit zum Lehrabschluss. Wer bereits Praxis hat, kann zur außerordentlichen Lehrabschlussprüfung antreten.
Warum gibt es trotz Fachkräftemangel weniger Aufträge?
Weil der Heizungstausch stark von Förderungen abhängt. Inzwischen übernimmt der Bund nur noch bis zu 30 Prozent der Kosten. Der grundsätzliche Bedarf bleibt, denn rund 1,2 Millionen Haushalte heizen laut Branchenangaben noch mit Öl oder Gas.

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Am 31. Dezember 2026 läuft in Österreich ein Lehrberuf aus, den Ende 2025 noch 4.598 Burschen gelernt haben. Die Installations- und Gebäudetechnik war damit laut Wirtschaftskammer der vierthäufigste Lehrberuf junger Männer. Ab Jänner heißt sie Installations- und Energietechnik. Der neue Name ist mehr als Kosmetik, er beschreibt, was aus dem Beruf geworden ist: Wer früher vor allem Wasserleitungen verlegte und Gasthermen tauschte, baut heute Wärmepumpen ein, regelt Lüftungsanlagen und verbindet die Heizung mit der Photovoltaik auf dem Dach.
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Gebraucht werden diese Fachleute dringend. Der Beruf steht auf der bundesweiten Mangelberufsliste 2026, und rund 1,2 Millionen Haushalte heizen laut Branchenangaben noch mit Öl oder Gas. Zugleich melden die Betriebe eine schwache Auftragslage. Dieser Widerspruch zieht sich durch den ganzen Beruf – und wer ihn versteht, versteht auch, welche Chancen er bietet.
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Was ändert sich mit der neuen Installateur-Lehre ab 2027?
Laut Ausbildungsordnung im Bundesgesetzblatt tritt der Lehrberuf Installations- und Energietechnik am 1. Jänner 2027 in Kraft. Aus drei Hauptmodulen werden zwei: „Wasser und Wärme“ mit dreieinhalb Jahren Lehrzeit und „Lüftung“ mit drei Jahren. Neu ist das Spezialmodul Klima- und Automatisierungstechnik, das die Lehre um ein halbes Jahr verlängert. Länger als vier Jahre dauert sie nie. Wer bereits in Ausbildung ist, schließt nach der bisherigen Ordnung ab.
Bisher gliederte sich die Lehre in die Hauptmodule Gas- und Sanitärtechnik, Heizungstechnik und Lüftungstechnik, ergänzt um Spezialmodule wie Ökoenergietechnik, Steuer- und Regeltechnik, Haustechnikplanung oder Badgestaltung. Sie dauerte drei Jahre, mit Zusatzmodul vier. Die Reform bündelt also Wasser und Wärme und rückt die Automatisierung nach vorn.
Was machen Installateur:innen heute im Arbeitsalltag?
Was der neue Name verspricht, zeigt sich im Arbeitsalltag. Der Kern ist geblieben: Rohre verlegen und verpressen, Anlagen auf Dichtheit prüfen, Heizungen und Warmwasserbereiter montieren, Störungen finden. Dazugekommen sind Elektronik und Beratung. Eine Wärmepumpe muss passend ausgelegt, mit dem Speicher verbunden und eingeregelt werden, oft im Team mit Elektrotechniker:innen, die Stromanschluss und Photovoltaik übernehmen. Wie sich die Solarbranche entwickelt, zeigt unser Beitrag zu Photovoltaik in Österreich. Besonders gefragt ist laut AMS-Berufslexikon Wissen zu Wärmepumpen, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie Gebäudeautomation.
Mangelberuf trotz Auftragsflaute: Wie passt das zusammen?
Auf den ersten Blick gar nicht. Die Fachkräfteverordnung 2026 nennt Installations- und Gebäudetechniker:innen für Gas- und Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik ausdrücklich als Mangelberuf, ebenso Solar- und Fernwärmetechniker:innen und Gebäudetechniker:innen mit HTL- oder Universitätsabschluss. Gleichzeitig bewerten im Konjunkturbericht der KMU Forschung Austria für das zweite Quartal 2026 49 Prozent der befragten Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsbetriebe ihre Geschäftslage als schlecht.
Die Erklärung liegt in der Förderpolitik. Inzwischen deckt die Bundesförderung für den Heizungstausch nur noch bis zu 30 Prozent der Kosten statt wie zuvor bis zu 75 Prozent, das Budget beträgt laut oesterreich.gv.at 360 Millionen Euro pro Jahr bis 2030. Die Mittel für 2026 sind weitgehend ausgeschöpft, neue Anträge sind ab 4. Jänner 2027 möglich. Schon im Vorjahr ging der Absatz erneuerbarer Heiztechnik laut Verband Wärmepumpe Austria um 20 bis 35 Prozent zurück. Am grundsätzlichen Bedarf ändert das nichts, die alten Öl- und Gasheizungen müssen früher oder später ersetzt werden. Bezeichnend ist, dass trotz der schlechten Stimmung 30 Prozent der Betriebe im dritten Quartal zusätzliches Personal einstellen wollten und nur fünf Prozent einen Abbau planten. Wer Fachkräfte hat, will sie halten.
Wo gibt es offene Stellen?
Wer trotz Flaute einen Job sucht, hat also gute Karten – und eine breite Auswahl an Arbeitgebern. Neben Installationsbetrieben aller Größen beschäftigen laut AMS-Berufslexikon auch Industriebetriebe, öffentliche Gebäudeverwaltungen, Planungsbüros, Hausverwaltungen sowie Flughäfen und Bahnhöfe Fachleute für Gebäudetechnik. Stellen finden sich in der AMS-Jobsuche „Alle Jobs“, bei Portalen wie karriere.at oder StepStone und auf unserer Jobbörse jobverde.at. Lehrstellen vermitteln AMS und Wirtschaftskammer.

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Welche Wege führen in den Beruf?
Wo Fachkräfte fehlen, zählt jeder Weg in den Beruf, und je nach Lebensphase sieht er anders aus. Mit 15 beginnt der klassische Weg nach der Pflichtschule mit der Lehre, die sich auch mit der Matura verbinden lässt. Wer lieber in die Schule geht, findet an Fachschulen und HTLs Schwerpunkte für Gebäudetechnik; HTL-Absolvent:innen können sich nach drei Jahren Praxis den Titel „Ing.“ zertifizieren lassen. Für Planung und Energietechnik gibt es zudem Studiengänge an Fachhochschulen und Technischen Universitäten.
Auch mit 25 oder 40 ist der Einstieg noch möglich. Die Facharbeiterintensivausbildung (FIA) im Auftrag des AMS führt in Wien laut AMS-Ausbildungskompass Menschen ab 18 Jahren in 18 Monaten Kurszeit, mit Betriebspraxis in rund zwei Jahren, zur regulären Lehrabschlussprüfung. Wer schon länger als Hilfskraft in einem Installationsbetrieb arbeitet, kann auch direkt zur außerordentlichen Lehrabschlussprüfung antreten. Fachkräfte aus EU, EWR und Schweiz können ohne Arbeitserlaubnis in Österreich arbeiten, für Drittstaatsangehörige ist die Rot-Weiß-Rot-Karte für Mangelberufe der Weg, mit Jobangebot, abgeschlossener Ausbildung und mindestens 55 von 90 Punkten. Einen ausländischen Lehrabschluss kann das Wirtschaftsministerium nach § 27a Berufsausbildungsgesetz einem österreichischen gleichhalten.
Kaum genutzt wird dagegen ein anderer Weg: der von Frauen in den Beruf. Im Gewerbe, also ohne Industriebetriebe, zählte die Wirtschaftskammer Ende 2025 in der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik 4.182 Lehrlinge, darunter nur rund 90 junge Frauen, das sind 2,15 Prozent. In den technischen Handwerksberufen insgesamt liegt der Frauenanteil bei etwa 17 Prozent. Bundesinnungsmeister Anton Berger nennt Frauen in technischen Berufen „mitunter noch immer die Ausnahme, aber jedenfalls eine wirtschaftliche Notwendigkeit“. Programme wie der Töchtertag oder „Frauen in Handwerk und Technik“ des AMS sollen Mädchen früh für technische Berufe gewinnen.
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Was verdient man – vom Lehrling bis zum eigenen Betrieb?
Wer mit der Lehre beginnt, steigt auf einer klaren Gehaltsleiter ein. Im ersten Lehrjahr gibt es 1.000 Euro brutto im Monat, im zweiten 1.148,75 Euro, im dritten 1.493,38 Euro und im vierten 2.000 Euro. Das legt die Lohnordnung der Wirtschaftskammer für das eisen- und metallverarbeitende Gewerbe fest, die laut Bundesinnung auch für Arbeiter:innen in Installationsbetrieben gilt.
Nach dem Lehrabschluss steigt der Mindestlohn auf 2.948,85 Euro für Facharbeiter:innen. Qualifizierte Facharbeiter:innen bekommen mindestens 3.397,52 Euro, Spitzenfacharbeiter:innen 3.808,83 Euro, jeweils 14-mal im Jahr und zuzüglich Zulagen, etwa für Montage oder Bereitschaft. Alles darüber ist Verhandlungssache.
Die nächste Stufe ist der eigene Betrieb. Gas- und Sanitärtechnik sowie Heizungs- und Lüftungstechnik sind reglementierte Gewerbe, den Zugang öffnet in der Regel die Befähigungs- beziehungsweise Meisterprüfung mit fünf Modulen. Laut Wirtschaftskammer können eine passende HTL, eine Werkmeisterschule oder ein Studium mit Berufspraxis sie ersetzen.
Fazit: Ein alter Beruf mit neuem Namen
Die Installations- und Gebäudetechnik verschwindet nicht, sie erfindet sich gerade neu. Mit der Lehre ab 2027 rücken Energie, Klimatechnik und Automatisierung ins Zentrum, also genau die Felder, in denen laut AMS heute besonders gesucht wird. Wer jetzt einsteigt, lernt den Beruf, den der Umbau der Wärmeversorgung braucht.
Dazusagen muss man allerdings: Die Auftragslage hängt eng an der Förderpolitik und kann von Jahr zu Jahr schwanken. Das spricht nicht gegen den Beruf, wohl aber für eine breite Ausbildung, die mehr beherrscht als einen einzigen Heizungstyp. Und es spricht dafür, die Türen weiter zu öffnen – für Quereinsteiger:innen, für Fachkräfte aus dem Ausland und vor allem für Frauen, die bisher nur rund zwei von hundert Lehrlingen stellen.
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