Wer sich für eine Laufbahn im Fundraising entscheidet, wählt einen Weg, der jeden Tag eine direkte Antwort auf die Frage nach dem Sinn der eigenen Arbeit liefert. Es ist die Aufgabe, Ideen und Projekte erst realisierbar zu machen – egal ob es um medizinische Forschung, Naturschutz oder soziale Gerechtigkeit geht. Im Kern ist Fundraising Beziehungsarbeit. Es geht darum, Menschen, die einen positiven Beitrag leisten wollen, den passenden Rahmen dafür zu bieten. Wer in diesem Bereich tätig ist, fungiert als Bindeglied zwischen einer Vision und den notwendigen Ressourcen. Das verlangt ein feines Gespür für Kommunikation, ein ehrliches Interesse an den Mitmenschen und die Gabe, komplexe Ziele verständlich und nahbar zu machen. Es ist ein Beruf für alle, die eine Aufgabe suchen, bei der das handwerkliche Können direkt in einen gesellschaftlichen Mehrwert fließt.
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Quereinstieg und Aufgaben im Fundraising: Was du für den Job mitbringen solltest
Der Weg in das Fundraising führt in Österreich selten über eine einzige, geradlinige Ausbildung. Vielmehr ist die Branche ein Sammelbecken für Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen. Häufig gelingt der Quereinstieg aus dem Marketing, dem Vertrieb oder der klassischen Öffentlichkeitsarbeit. Wer versteht, wie man Botschaften platziert und Menschen überzeugt, bringt bereits ein wichtiges Fundament mit. Gleichzeitig finden sich hier viele Personen mit einem Hintergrund in der Sozialen Arbeit oder den Geisteswissenschaften, die das fachliche Wissen über die Projekte beisteuern. Es ist diese Mischung aus betriebswirtschaftlichem Denken und einem tiefen Verständnis für gesellschaftliche Themen, die den Einstieg so spannend macht. Die täglichen Aufgaben sind dabei weit gefächert und hängen stark von der Größe der Organisation ab. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, Kampagnen zu planen und die passenden Kommunikationskanäle auszuwählen – sei es ein klassischer Brief, eine Online-Spendenaktion oder ein persönliches Gespräch mit einem Unternehmen. Hinter den Kulissen nimmt die Datenpflege im CRM-System einen wichtigen Stellenwert ein. Nur wer seine Kontakte kennt und weiß, wer sich wofür interessiert, kann gezielt und wertschätzend kommunizieren. Hinzu kommt das Verfassen von Förderanträgen für Stiftungen oder die Organisation von Veranstaltungen, die den persönlichen Austausch mit den Unterstützern fördern.
Wer in diesem Bereich langfristig erfolgreich sein möchte, braucht eine besondere Kombination an Fähigkeiten. An erster Stelle steht die Kommunikationsstärke, gepaart mit der Gabe, echtes Interesse an den Anliegen anderer zu zeigen. Fundraising ist Beziehungsarbeit, und dafür muss man gut zuhören können. Darüber hinaus hilft ein langer Atem und eine gesunde Portion Ausdauer. Da nicht jeder Dialog sofort in einer Unterstützung mündet, gehört es dazu, Absagen sachlich einzuordnen und den Blick weiterhin auf das Ziel zu richten. Auf der technischen Seite wird analytisches Denken immer wichtiger: Man muss in der Lage sein, Kennzahlen zu interpretieren und daraus abzuleiten, welche Maßnahmen wirklich funktionieren und wo man Strategien anpassen muss.
Was verdient man im Fundraising? Gehalt und Karrierewege in Österreich
Wer über Geld im gemeinnützigen Sektor spricht, begegnet oft noch dem alten Vorurteil, dass man für eine sinnstiftende Aufgabe auf ein ordentliches Einkommen verzichten müsse – doch das stimmt so nicht mehr. In Österreich bildet meist der Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft (SWÖ-KV) das finanzielle Fundament. Er sorgt für Transparenz und faire Einstiegsgehälter, die je nach Vorerfahrung und konkreter Verwendungsgruppe meist zwischen 2.600 und 3.000 Euro brutto monatlich liegen. Mit steigender Verantwortung und Dienstjahren klettern diese Summen natürlich nach oben, wobei gerade in Führungspositionen oder bei spezialisierten Aufgaben auch Gehälter jenseits der Kollektivverträge verhandelt werden können. Die Karrierewege im Fundraising sind dabei alles andere als statisch. Viele beginnen als Generalisten in kleineren Vereinen, wo sie vom Textentwurf bis zur Datenbankpflege alles selbst in der Hand haben. Wer sich später spezialisieren möchte, findet in größeren Organisationen spannende Nischen. Man kann sich zur Expertin oder zum Experten für Major Donors entwickeln und sehr persönlich mit großen Förderern zusammenarbeiten oder als Specialist für Digital Fundraising die technischen Trends der Zukunft gestalten. Auch der Schritt in die strategische Leitung oder die Geschäftsführung ist ein klassischer Pfad, da Fundraising-Verantwortliche das finanzielle Herzstück einer Organisation steuern und somit ohnehin tief in alle strategischen Prozesse eingebunden sind.
NGOs, Vereine und Agenturen: Arbeitgeber und Branchen im Fundraising in Österreich
Wer sich auf dem österreichischen Arbeitsmarkt für Fundraising umschaut, bemerkt schnell, dass die Einsatzmöglichkeiten vielfältig sind. Die großen Träger im Sozialbereich wie das Rote Kreuz, die Caritas oder die Diakonie sind ein erster Anlaufpunkt für den klassischen Bereich der Hilfsorganisationen. Hier liegt der Fokus meist auf der langfristigen Absicherung von Projekten in der Pflege, der Obdachlosenhilfe oder der Entwicklungszusammenarbeit. Ein ebenso präsentes Feld ist der Umwelt- und Naturschutz. Organisationen wie der WWF, Greenpeace oder Global 2000 beschäftigen Fachkräfte, die komplexe ökologische Zusammenhänge so vermitteln können, dass Menschen bereit sind, einen Beitrag für das Klima oder den Erhalt der Artenvielfalt zu leisten. Auch im Gesundheitswesen, etwa bei der Krebshilfe oder spezialisierten Vereinen für die Forschung an seltenen Krankheiten, ist professionelle Unterstützung bei der Mittelbeschaffung die Voraussetzung dafür, dass wichtige medizinische Vorhaben überhaupt umgesetzt werden können. In den letzten Jahren hat sich zudem im Bildungs- und Kulturbereich viel getan. Museen, Theater und Universitäten bauen vermehrt eigene Abteilungen auf, um private Spenden für Ausstellungen zu gewinnen oder Alumni-Netzwerke für die Förderung von Wissenschaftsprojekten zu pflegen. Wer lieber für mehrere Themen gleichzeitig tätig sein möchte, findet in spezialisierten Fundraising-Agenturen einen guten Platz. Dort arbeitet man als Dienstleister für verschiedene Organisationen und lernt in kurzer Zeit unterschiedliche Kampagnenformate und Strategien kennen.

Bild: Unsplash/Jacek Dylag
Fundraising-Jobs in Wien
Dass Wien nicht nur eine der lebenswertesten Städte der Welt ist, sondern auch das pulsierende Herz der österreichischen NGO-Landschaft, merkt man spätestens bei der Jobsuche im Fundraising. Wer hier arbeitet, sitzt direkt an der Quelle. Ein Großteil der namhaften Hilfsorganisationen, Verbände und Stiftungen hat seinen Hauptsitz in der Bundeshauptstadt. Das bedeutet für Fachkräfte vor allem eines: eine enorme Dichte an Möglichkeiten und kurzen Wegen. Während die Projekte oft weit über die Stadtgrenzen hinausreichen oder sogar weltweit Wirkung zeigen, werden Strategien, Kampagnen und Spenderkontakte meist in den Wiener Büros entwickelt. Diese Konzentration schafft ein einzigartiges Ökosystem. Man ist hier nie weit weg vom nächsten Fachaustausch, sei es bei Branchen-Events, Fortbildungen des Fundraising Verbands oder im informellen Netzwerk unter Kolleginnen und Kollegen. Für die eigene Karriere ist das ein unschätzbarer Vorteil, da man sich in Wien sehr leicht vernetzen und von den Erfahrungen anderer Organisationen lernen kann. Zudem bietet die Stadt eine enorme Bandbreite an unterschiedlichen Strukturen. Man findet hier alles – von der kleinen, spezialisierten Initiative im siebten Bezirk bis hin zu den großen, international agierenden Akteuren mit hunderten Angestellten. Auch die meisten spezialisierten Agenturen und Beratungsfirmen, die den Sektor mit Know-how unterstützen, sind in Wien angesiedelt.
Fazit: Arbeiten im Fundraising in Österreich
Professionelles Fundraising bildet in Österreich das Fundament für fast jedes soziale, ökologische oder kulturelle Vorhaben. Ohne Fachkräfte, die Spender und Visionen gezielt zusammenführen, blieben viele wichtige Initiativen bloße Ideen. Dieser Bereich bietet die Gelegenheit, Management-Qualitäten für Aufgaben einzusetzen, die einen echten gesellschaftlichen Wert schaffen. In den meist stabilen Strukturen der Organisationen sieht man oft sehr unmittelbar, was der eigene Einsatz bewirkt – sei es im Naturschutz, in der Bildungsarbeit oder in der Unterstützung benachteiligter Menschen.
Damit der Start gelingt, ist die eigene Überzeugung für ein Thema oft der wichtigste Türöffner. In Gesprächen zählt am Ende vor allem, ob man glaubhaft vermitteln kann, warum man sich gerade für diesen Zweck engagieren möchte. Bisherige Erfahrungen aus anderen Branchen sollten gezielt übersetzt werden: Wer im Vertrieb erfolgreich war, bringt wertvolle Kenntnisse im Beziehungsmanagement mit, und wer im Marketing tätig war, weiß bereits, wie man Botschaften zielgruppengerecht platziert. Quereinsteiger sind gerade deshalb so willkommen, weil sie oft frische Perspektiven in die Organisationen bringen. Wer seine berufliche Laufbahn im Sektor Fundraising festigen möchte, findet im Fundraising Verband Austria wertvolle Ressourcen und anerkannte Zertifikate. Solche Qualifikationen erleichtern nicht nur den Start, sondern vermitteln auch die notwendige Sicherheit im Umgang mit ethischen Standards und rechtlichen Rahmenbedingungen.
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Corinna Misterek studiert Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie Anglistik/Amerikanistik. Sie ist in der Öffentlichkeitsarbeit und im Social-Media-Marketing tätig und sammelte internationale Erfahrung während eines Erasmus-Semesters in Malta. Thematisch interessiert sie sich besonders für Gesellschaft und nachhaltige Ernährung.